Vergleich von mikrochirurgischer und konventioneller Wurzelspitzenresektion
In einigen Fällen ist die direkte Entfernung eines Entzündungsbereiches an der Wurzelspitze notwendig, um einen Zahn zu erhalten. Dies geschieht mit einer kleinen ambulanten Operation, die als Wurzelspitzenresektion (WSR) bezeichnet wird.
Auch wenn eine bereits durchgeführte Wurzelspitzenresektion nicht zum Abheilen einer Entzündung geführt hat, kann eine mikrochirurgische Wurzelspitzenresektion durch den besseren Wirkungsgrad immer noch erfolgreich sein. Denn einige wichtige Merkmale unterscheiden die Wurzelspitzenresektion unter dem Operationsmikroskop deutlich von der herkömmlichen Variante.
Mit mikrochirurgischer Technik gute Erfolgsprognose
In Outcome-Untersuchungen zeigen sich bei der mikrochirurgischen Wurzelspitzenresektion zwischen 85 % und 97 % der Eingriffe erfolgreich. In der klassischen Variante liegen die entsprechenden Zahlen hingegen nur zwischen 40 % und 90 %, insbesondere bei aufwändig zu behandelnden mehrwurzeligen Zähnen im Seitenbericht ist die Erfolgsaussicht niedriger als 50 %.
Im Mittel stehen 93,5 % Erfolgsprognose bei mikrochirurgischen Wurzelspitzenresektin einem Wert von nur 59 % % bei der konventionellen Variante gegenüber. Wegen Komplikationen und der häufig unzureichenden Ergebnisse hatte die klassische Endo-Chirurgie deshalb einen fraglichen Ruf und wurde insgesamt mit einem Mangel an Enthusiasmus und Visionen ausgeübt.
Besondere Vorteile bei schonender OP unter dem Mikroskop
Die Anfänge der mikrochirurgischen Endo-Chirurgie liegen in den 90er Jahren. Ihre Erfolge und Möglichkeiten beruhen auch auf neueren technologischen Entwicklungen. Wichtige Unterschiede zur konventionellen WSR sind:
- Unter dem Mikroskop können feinste Strukturen im Bereich der vorsichtig freigelegten Wurzelspitze erkannt werden. Der Zahnarzt kann deshalb besonders schonend bei der Entfernung der Entzündung vorgehen und das umliegende Gewebe möglichst weitgehend schonen. Hierdurch haben Sie weniger Schmerzen nach der Behandlung, Ihre Wunde heilt schneller und es findet weniger Narbenbildung statt
- Mikrochirurgische Spezialinstrumente ermöglichen die besonders exakte Reinigung und Füllung der Wurzelkanäle von der Wurzelspitze her. So werden die Kanäle mittels Ultraschall-Einsätzen gereinigt und mit einem speziellen biokeramischen Füllungsmaterial (besondere Dichtigkeit und Verträglichkeit) gefüllt. Beides kommt bei der herkömmlichen Wurzelspitzenresektion nicht zur Anwendung.
- Weil auch nur wenige zurückbleibende Bakterien im infizierten Wurzelkanalsystem zu einer erneuten Infektion des gesamten inneren Zahnes führen können, ist die ganz vollständige Beseitigung der vorhandenen Entzündung so wichtig. Aber erst mit dem mikrochirurgischen Vorgehen ist es möglich geworden, feine Nebenkanäle oder Verzweigungen zwischen Wurzelkanälen ( Isthmen ) zu sehen und bei der Behandlung zu berücksichtigen.
- Eine sehr häufige Ursache für bleibende Schmerzen an der Wurzelspitze ist eine Infektion der Isthmen. Isthmen, feinste Verbindungen zwischen Wurzelkanälen, sind nur schwer mechanisch und chemisch-konventionell zu reinigen. Durch die Verwendung von Mikroskop und Vergrößerungsspiegel ist ihre Darstellung und Reinigung möglich geworden.
Diese Beispiele machen auch deutlich, dass Behandlungserfolg kein Zufall ist. Es ist die Summe verschiedener Vorteile, die den großen Unterschied im Behandlungsergebnis ausmachen. Oft hat eine mikrochirurgische Wurzelspitzenresektion auch bei chronischen Entzündungen Aussicht auf Erfolg.

