Neue Vitalität im Zahn durch "Revaskularisation" - wie geht das?
Unter Revaskularisation versteht man in der Endodontie eine „regenerative“ Behandlung eines pulpageschädigten, noch nicht ausgereiften Zahnes mit dem Ziel der Revitalisierung. Man fördert das Einwachsen von neuem Gewebe in den Wurzelkanal, wodurch auch das weitere Wurzelwachstums in Länge und Dicke angeregt werden kann. Bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum mussten in der Vergangenheit oft Kompromisse eingegangen werden, die keine gute Langzeitprognose hatten, weil die Zahndicke noch nicht ausgereift war.
Mittlerweile zeigen zahlreiche Fallberichte, dass durch Revaskularisation ein Sprossen von neuem Gewebe tatsächlich erreicht werden und es zu einer Dickenzunahme des Zahnes kommen bzw. die Zahnwurzel zu Ende wachsen kann.
Klassischerweise sind drei Termine nötig
- Unter aseptischen Bedingungen wir der Zahn mit desinfizierenden Spülflüssigkeiten gereinigt und eine medikamentöse Einlage eingelegt, der Zahn wird temporär verschlossen.
- Nach ca. 14 Tagen erfolgt ein zweiter Termin. Die Einlage wird entfernt und in einem speziellen Verfahren wird das Gewebe an der Wurzelspitze zu einer Blutung angeregt, die als Leitschiene („Gerüst“) für das spätereWiedereinsprossen von Gewebe fungiert. Der Kanal wird mit einem Hightech-Zement wie MTA oder Bioceramics temporär verschlossen.
- Im letzten Termin wird die Festigkeit des Spezialzements überprüft, so dass der Zahn jetzt dauerhaft mit Komposit adhäsiv verschlossen werden kann
Es sind weitere Kontrollen im Abstand von 6 Monaten erforderlich, um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen. Erfolgskriterien sind die Zunahme der Kanalwandstärke, kontinuierliches Längenwachstum, das Schließen der apikalen Öffnung.

