Wurzelbehandlung - der Ablauf
Abbildung 1 veranschaulicht die möglichen Untersuchungsergebnisse einer entzündeten Pulpa (linke Seite) und einer schon abgestorbenen Pulpa mit kleinen Abszessen, d.h. chronischen Entzündungsherden, an der Zahnwurzelspitze (rechte Seite). In dem Bespiel sind die Schädigungen des Zahnmarks durch eine tiefe Kariesläsion des Zahnes verursacht.

Die Wurzelkanalbehandlung selbst erfolgt im Normalfall in ein oder zwei separaten Behandlungssitzungen. Die Abbildungsreihe unten verdeutlicht den Ablauf. Über die gesamte Behandlung bekommen Sie eine wirksame Betäubung, so dass Sie keine Schmerzen spüren können. Am Anfang der Behandlung wird um das Behandlungsfeld herum ein elastisches Tuch gespannt (ein sogenanntes „Kofferdam“). So bleibt nur der zu behandelnde Zahn frei und ist während der Behandlung vor Speichel und Bakterien geschützt.
Der Zahnarzt schafft dann durch den Zahn hindurch einen Zugang zur Pulpakammer und zu den Wurzelkanälen des Zahnes. Mit elektronisch regulierten, rotierenden Instrumenten – hochflexible und äußerst dünne Feilen aus einem Nickel-Titan-Material – wird anschließend das ganze erreichbare Wurzelkanalsystem gereinigt und von geschädigtem Gewebe befreit (Abbildung 2).

Durch die extreme optische Vergrößerung des Dental-Mikroskops kann hierbei sichergestellt werden, dass tatsächlich alle vorhandenen Wurzelkanäle gefunden werden und keine infizierten Gewebereste in den Wurzelkanälen verbleiben. Mithilfe von Meßverfahren zur Kanallängenmessung und von digitalen Röntgenbildern kann zudem die Länge und der Verlauf auch sehr stark gekrümmter Wurzelkanäle zuverlässig bestimmt werden. In mehreren Durchgängen wird anschließend das Wurzelsystem durch Spülungen und Ultraschallverfahren weiter gereinigt, wobei nun auch feinste Seitenkanäle erfasst und von infiziertem Gewebe befreit werden (Abbildung 3).

Nachdem die Wurzelkanäle desinfiziert und vorbereitet sind, wird das gesamte Wurzelkanalsystem, einschließlich vorhandener Seitenkanäle, mit einem für diese Zwecke besonders geeigneten Füllungsmaterial dreidimensional gefüllt und bakteriendicht verschlossen (Abbildung 4).

Je nach vorhandener Zahnsituation kann der Zahn dann nach angeschlossener Wurzelbehandlung mit einem Keramik-Onlay, einer Teilkrone oder einer Krone versorgt werden (Abbildung 5).


